Teil 1: Bist du wahnsinnig, Musik zu studieren?

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Musik studieren, bist du wahnsinnig?

Genau das haben mir meine Eltern natürlich….. nicht gesagt. Nein, denn ich bin ein Millennial. Ein Millennial mit allem was dazu gehört. Wir Millennials, ich gehe mal davon aus, dass du ebenfalls einer bist, zeichnen uns nicht nur dadurch aus, dass wir der gleichen Generation von 1980-1990 angehören, sondern auch durch weitere Merkmale: Niemand mag uns so wirklich - und das obwohl wir doch schon einige Jahre in der Welt der Erwachsenen unterwegs sind. Ich denke, dass wir sogar die unbeliebteste Generation aller Zeiten sind.

Die Antwort auf die Frage warum das so ist, fällt mir beim Verzehr eines veganen und glutenfreien Hamburgers mit Bio Curry Soße ein. Uns wurde von Anfang an beigebracht, dass wir alles werden können was wir wollen. Das Problem ist, dass wir jetzt allen damit auf die Nerven gehen uns in der Arbeit selbst verwirklichen zu müssen, einen Sinn für jede noch so kleine Tätigkeit benötigen und unsere Chefs ihre gesamte Zeit damit verbrauchen uns mit Lob hinterherzulaufen, weil sie wissen, dass wir sonst bald wieder weg sind. Und das obwohl es unserer Generation ganz offensichtlich auch nicht an Selbstbewusstsein mangelt.

Naja... Jedenfalls wurde der Wunsch des Musikstudiums von den meisten unserer Eltern stark unterstützt. Bei mir war es so. Vielleicht gehörst du ja auch zu einer anderen Generation. Dann wurde dein Wunsch entweder ebenfalls unterstützt oder du hast hart gegen die Verständnislosigkeit deiner Eltern gekämpft.

Die Möglichkeit Musik zu studieren ist großartig und die Erfüllung eines Lebenstraumes von vielen jungen Menschen. Ich bin dankbar, dass mich meine Eltern mit dem Aufkommen dieses Wunsches nicht für wahnsinnig erklärt haben. Es erfordert Disziplin, einen starken Willen und einen langen Atem. Wenn man ein solches Studium abschließt kann man jedenfalls ein kleines bisschen stolz auf sich sein sein (Eine Sache die Millennials in der Regel nicht besonders schwer fällt). 

Die Zeit des Studiums war großartig. Wovon ich später einmal leben möchte hat mich wenig interessiert. Ich dachte ich übe einfach so lange bis ich der beste Schlagzeuger der Welt werde und dann kommt alles von selbst. Dass das Leben und Überleben als Musiker ein Business ist und dass man es schwer hat wenn man sich nicht damit beschäftigt, war mir zur Zeit meines Studiums nicht klar. Und wäre es mir klar gewesen hätte es mich trotzdem nicht interessiert.

Mein Dozent hat mir damals schon erklärt, dass sich nach dem Studium die Prioritäten ändern. Man möchte vielleicht doch einmal auf Urlaub fahren, ein Auto fahren das keine Angstzustände auslöst, einen Geschirrspüler kaufen und eine Verkühlung überleben ohne einen Kredit für die Lebenshaltungskosten zu nehmen. Im Studium wurden wir mit diesen Fragen alleine gelassen. Es war mir egal, weil ich davon sowieso nichts wissen wollte.

Nach dem Studium wurden wir dann direkt in die offizielle Arbeitslosigkeit entlassen und uns selbst überlassen. Einige von uns haben eine Anstellung an einer öffentlichen Musikschule bekommen. Der Großteil vom Rest hält sich mit Unterrichten und Gigs über Wasser.  Der relativ unlustige Witz über den Jazz Musiker der sein Auto und sein Haus für sein neues Album verkauft kommt auch nicht irgendwo her...Mit Streaming kann man kein Geld verdienen. Und Gigs bzw. Konzerte werden auch nicht unbedingt mehr. Vor allem in Zeiten in denen Netflix für unsere entspannte Abendbeschäftigung sorgt und immer weniger Interesse an Live Konzerten besteht.

Alles hat sich für mich verändert als mir ein kluger Mensch namens Reinhard gesagt hat: “Du kannst ein Business mit Schlagzeugunterricht genauso aufbauen wie eine Mechaniker Werkstatt”. Meine erste Reaktion darauf war relativ unbeeindruckt - eher genervt. Er hat es gewagt einem allwissenden Millennial das Leben zu erklären. Fast 5 Jahre später habe ich allerdings verstanden was er damit gemeint hat.

Es gibt eine systematische Methode mit der man so etwas aufbaut. Es ist wie eine Bauanleitung und jeder kann sie nachbauen. Ziel ist, dass man sich als Musiklehrer etwas aufbaut, mit dem man nicht nur überleben, sondern auch richtig gut leben kann. Was es bedeutet gut zu leben und wie du herausfindest was dein gewünschtes Einkommen ist, möchte ich dir in einem nächsten Artikel verraten. Auch hierfür gibt es eine Methode.

Im folgenden Artikel geht es darum wie du dein gewünschtes Einkommen evaluierst, was ein gutes Einkommen unter Berücksichtigung der Steuer und allen Nebenkosten überhaupt bedeutet und wie du dir das Schritt für Schritt als Musiklehrer erarbeiten kannst. Wir bleiben dabei am Boden und sprechen keinesfalls von Millionen-Gehältern. Unser Ziel ist ein seriöses Einkommen mit dem man als Erwachsener (Millennial) 2019 gut und stabil im Leben stehen kann, ohne sich angewöhnen zu müssen, dass es nur jeden zweiten Tag eine Mahlzeit gibt.

Ich freue mich, dass du es bis hierher geschafft hast!

Falls du noch kein Musiklehrer Profil bei Lessondo hast, schau doch mal hier vorbei und lege dir ein kostenloses Profil bei Lessondo zu.

Weiter zum zweiten Teil

Bis dahin, frohes Unterrichten,

Christian


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Lena-Maria Heinzle, Author dieses Artikels

Über Lena-Maria Heinzle

Ich habe seit meiner Jugend Unterrichtserfahrung in Klavier, Gitarre, Blockflöte, Violine und Gesang gesammelt. Musik ist also mehr als ein Hobby für mich. In meinem Publizistikstudium konnte ich außerdem mein großes Interesse an Medien weiter ausbauen. Bei Lessondo bin ich darum für Social Media und den Blog verantwortlich und kann dort meine Ideen in kreativen Content umwandeln.


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