Musikunterricht 2020: Ist die klassische Musikschule noch zeitgemäß?

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Kann in unserer heutigen Welt, in der es auf jedes echte Problem eine digitalisierte Antwort gibt, Unterricht in der klassischen Musikschule noch am Zahn der Zeit sein? Wir haben die klassische Musikschule mit privaten MusiklehrerInnen, Online-Tutorials und individuellem Online-Musikunterricht verglichen. Welcher Unterricht ist der richtige für mich? 


Klassische Musikschule 

Allen voran lernen an Musikschulen Kinder ein Instrument. Auch Erwachsene werden von Musikschulen aufgenommen, allerdings wird in den meisten Fällen Kindern der Vortritt gelassen. 

Deswegen orientieren sich Musikschulen stark am Alltagsleben der Kinder und den durch die Schule vorgegebenen Stundenplan. Musikschulen sind in der Regel in den Schulferien geschlossen. Der Unterricht findet für gewöhnlich einmal in der Woche statt.

Bei Musikschulen kommt es jedoch nicht selten vor, dass die Einstiegshürde relativ hoch ist. Vor allem bei den beliebtesten Instrumenten Klavier und Gitarre gibt es oft weniger Plätze als Nachfragen. Es ist möglich, dass man auf langen Wartelisten landet. Der Unterricht in Musikschulen ist für gewöhnlich standortgebunden, was bedeutet, dass die Musikschule gut erreichbar sein sollte. Die Kosten fallen meist monatlich oder pro Semester an. 

Was beachtet werden muss, ist, dass Musikunterricht für Kinder einen anderen Anspruch hat als Musikunterricht für Erwachsene. Bei Kindern kommt der pädagogische Aspekt besonders zum Tragen: ein/e LehrerIn, der/die auf individuelle Stärken eingehen kann und direkt Feedback gibt, ist ein essentieller Punkt beim Unterrichten.


Private MusiklehrerInnen 

Eine Alternative zur Musikschule stellen MusiklehrerInnen dar, die privaten Musikunterricht anbieten. Diese sind nicht bei einer Musikschule angestellt sondern arbeiten selbstständig. Sie bieten in den meisten Fällen Unterricht für Kinder und Erwachsene. 

Private MusiklehrerInnen sind oftmals flexibler was die Zeiteinteilung betrifft, in vielen Fällen ist es auch möglich, zweimal in der Woche oder alle zwei Wochen oder nur einmal im Monat Unterricht zu nehmen. Auch Unterricht in den Ferien ist möglich. Die Zahlung erfolgt meistens pro Stunde oder in 5er-, 10er- oder 20er-Blöcken. Meist sind diese Blöcke dann etwas günstiger. 

Besonders in größeren Städten, aber auch in kleineren Orten gibt es MusiklehrerInnen, die privaten Musikunterricht anbieten. Auch kann es, verglichen mit der Musikschule, einfacher sein, einen Platz bei einem privaten Klavierlehrer zu bekommen, als in der Musikschule. Viele private LehrerInnen bieten auch Musikunterricht zu Hause an, kommen also zu den SchülerInnen nach Hause und unterrichten dort. 

Außerdem ist Sympathie ein wesentlicher Punkt: Die Chemie zwischen MusiklehrerIn und SchülerIn muss einfach passen damit der Unterricht in einer Atmosphäre stattfinden kann, in der man sich wohlfühlt. 

Während die Musikschule oftmals vorgibt, bei welchem/welcher MusiklehrerIn der Unterricht stattfindet, kann man bei privaten MusiklehrerInnen zuerst vergleichen und dann selbst entscheiden, bei wem man Unterricht nimmt. 


Online-Tutorials 

Das Internet hat alle unsere Lebensbereiche nachhaltig verändert und eine neue Formen des Musikunterrichts hervorgebracht. Deswegen gibt es viele verschiedene Arten von Online-Musikunterricht.

Eine Art davon sind Online-Tutorials. Diese basieren meist auf dem Prinzip, dass man mit vorgefertigten Videos Schritt für Schritt ein Instrument lernt. 

Da ein interaktiver Kontakt mit dem/der LehrerIn aber nicht möglich ist, fällt die persönliche Komponente komplett weg. Man bringt sich das Spielen mehr oder weniger selbst bei. 

Weil kein/e LehrerIn da ist, gibt es auch niemanden, der auf die individuellen Stärken und Schwächen eingeht und eingeschlichene Fehler korrigiert. Deswegen ist diese Art ein Instrument zu lernen eher nicht für Anfänger geeignet.

Die Gesamtkosten für Online-Musikunterricht sind in den meisten Fällen günstiger als persönlicher Unterricht. Auf dem kostenlosen Videoportal YouTube finden sich unzählige Tutorials um beispielsweise Klavier oder Gitarre spielen zu lernen. Auch der neue Trend der “Masterclass”, in welcher Prominente in aufwendig gestalteten Videos ihre Kenntnisse weitergeben, ist in die Gruppe der Online-Tutorials einzuordnen. 

Der Vorteil ist, dass zeitlich flexibel und zu Hause geübt werden kann. Das Fehlen eines fixen Termins fordert aber auch die Selbstdisziplin heraus. Auch fehlt oft etwas der rote Faden, der in “richtigem” Unterricht gegeben ist. 

Nur mit Tutorials ein Instrument zu erlernen, kann daher dann geeignet sein, wenn man nur die einfachsten Basics lernen will oder nur ein bestimmtes Lied lernen möchte. Wenn man ein Instrument aber von Grund auf und mit nachhaltigem Erfolg erlernen möchte, sollte man Online-Tutorials eher als Ergänzung zum Unterricht mit einem/einer LehrerIn sehen. 


Individueller Online-Musikunterricht 

Im Gegensatz zu Online-Tutorials findet die auch genannte “Online Class” als persönlicher Unterricht in Echtzeit via Skype statt. 

Auch wenn der Unterricht nicht face-to-face ist, geht der/die LehrerIn auf individuelle Bedürfnisse ein. So kann Rücksicht auf Liedwünsche des/der SchülerIn genommen werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Unterrichtszeiten flexibler sind als in der Musikschule. 

Der/die LehrerIn kann auch beim Online-Unterrichten den nötigen Motivationsfaktor mitbringen, denn es manchmal benötigt. LehrerInnen erkennen außerdem besondere Talente und können den/die SchülerIn je nachdem fördern.

Das Abhalten einer Videokonferenz auf Skype ist bei vielen leichter als gedacht. Besonders für Erwachsene aber auch für Kinder, welche es heutzutage gewohnt sind, mit derartigen Programmen gut umgehen zu können, kommt diese Art von Musikunterricht in Frage. 

Online-Unterricht ist in den meisten Fällen kostenpflichtig. Hier sollte man aber bedenken, dass individueller Unterricht, anders als Video-Tutorials, auf einen selbst zugeschnitten sind und deswegen alleine pädagogisch einen ganz anderen Anspruch hat. Es zahlt sich besonders am Anfang aus, in Musikunterricht zu investieren. 


Fazit 

Man könnte meinen, dass klassischer Musikunterricht aus der Mode gekommen ist. Der Trend geht auch deutlich in Richtung Online-Unterricht und es entstehen dabei immer mehr Formen. Moderner Musikunterricht orientiert sich stark an dem, was der/die SchülerIn möchte. Besteht der Wunsch, moderne Lieder zu spielen, sollte der/die LehrerIn dem nachkommen. Online, aber auch im persönlichen Unterricht. 

Musikunterricht ist heute ein Wunschkonzert: Im Jahr 2020 hat man was Musikunterricht betrifft, die Qual der Wahl. Im Endeffekt lässt sich die Frage, welcher Unterricht der beste Unterricht ist, nicht pauschal beantworten. Man muss bei der Auswahl Rücksicht auf individuelle Bedürfnisse und Ansprüche nehmen und man muss herausfinden, welche Art von Unterricht zu einem selbst oder seinem Kind passt.


Möchtest auch du 2020 endlich Klavier spielen? Oder du hast Lust, Gitarre zu lernen? Hier findest du 5 Motivationstipps, die dir dabei helfen werden am Ball zu bleiben wenn du ein Instrument lernen möchtest. 

Wenn du noch auf der Suche nach dem/der perfekt zu dir passenden MusiklehrerIn in Wien bist, wirst du hier fündig. 



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Lena-Maria Heinzle, Author dieses Artikels

Über Lena-Maria Heinzle

Ich habe seit meiner Jugend Unterrichtserfahrung in Klavier, Gitarre, Blockflöte, Violine und Gesang gesammelt. Musik ist also mehr als ein Hobby für mich. In meinem Publizistikstudium konnte ich außerdem mein großes Interesse an Medien weiter ausbauen. Bei Lessondo bin ich darum für Social Media und den Blog verantwortlich und kann dort meine Ideen in kreativen Content umwandeln.


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