Was ist die Wiener Flötenwerkstatt?

Titelbild des Blogartikels Was ist die Wiener Flötenwerkstatt?

Die Wiener Flötenwerkstatt ist längst kein Geheimtipp mehr. Wir haben dem einst winzigen Geschäft einen Besuch abgestattet und schildern euch unseren Eindruck. 


Wir stehen vor einem schönen Altbau in der Neulinggasse im 3. Bezirk in Wien. Ein rotes Schild mit einem verschnörkelten Logo und der Aufschrift “Wiener Flötenwerkstatt” lacht uns entgegen, bevor wir die Treppen hinunter in das Geschäft betreten. Dort angekommen, befinden wir uns in einem geräumigen Verkaufsraum. 


Werner Tomasi, Gründer und Besitzer der Flötenwerkstatt, kommt mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht auf uns zu und stellt sich vor. “Ich habe in Wien Querflöte studiert und vor ungefähr 35 Jahren die Wiener Flötenwerkstatt gegründet. In der Zwischenzeit haben wir uns zu einem Kompetenzzentrum entwickelt, das nicht nur Flöten verkauft und vermietet, sondern wir entwickeln und bauen diese auch.” “Und das alles in diesem Geschäft?”, denken wir uns. Nicht ganz. “Wir haben die Entwicklung gemacht, das wird von einem großen Konzern in Taiwan für uns gebaut und auch weltweit vermarktet”, sagt Werner Tomasi. 


Bei einer Sache hat Herr Tomasi dabei etwas ganz besonderes erfunden. Unser Blick ist bereits auf die rund gekrümmten Querflöten gefallen, die in einer Vitrine ausgestellt sind. “Diese Flöte ist für Kinder gebaut worden. Das Problem war, dass Flöten für kleinere Kinder viel zu groß waren und die körperliche Verdrehung deshalb extrem gewesen ist. Deswegen hat man auch Kindern geraten, erst ab zehn oder zwölf Jahren mit dem Flötenspielen zu beginnen. Mit dieser Entwicklung, dass wir eben die Flöte omega-förmig gebogen haben, ist es jetzt möglich, abhängig von der Größe des Kindes, schon mit fünf oder sechs Jahren zu beginnen.” Darüber staunen wir nicht schlecht. 


Der Rundgang geht weiter. Nun sind wir in der Werkstatt angelangt. Auf den ersten Blick sieht es aus wie in jeder anderen Werkstatt, große Tische, angefüllt mit Werkzeugen springen uns ins Auge. Doch dann fallen uns die Besonderheiten auf. Szilard Somogyi, der sich auf Flötenbau und -reparatur spezialisiert hat, drückt mit ruhigen Händen die Klappen einer Querflöte. “Querflöten brauchen, wie Autos, ein jährliches Service. Das ist wichtig, weil die Fehler schleichend entstehen und vor allem Kinder nicht unterscheiden können, ob sie etwas falsch machen wenn ein Ton nicht so schön klingt oder ob es an der Flöte liegt. Bei einem kleinen Service wird die Flöte zerlegt, durchgeputzt, geölt und neu eingestellt. Danach ist die Flöte wieder in Schuss, gut spielbar und man hat ein gutes Gefühl wenn man reinbläst.”


Unser Blick fällt auf silberne Rohre welche auf einer Platte befestigt sind. Szilard erklärt uns: “Wir produzieren Querflötenköpfe. Das ist eigentlich das wichtigste bei der Querflöte. Also natürlich ist es wichtig dass das Unterteil gut funktioniert, aber die klangliche Struktur entsteht bei dem Kopfstück. Wir stellen auch das Mundstück her, das ist der Teil wo man hineinbläst, hier spielt auch das Material eine Rolle. Wir verwenden meistens Holz, aber auch Silber.” Dies passiert auch mithilfe von ziemlich lauten Maschinen, die sich im hintersten Teil der Werkstatt befinden. 


Herr Tomasi führt uns nun langsam wieder zurück. Dabei erzählt er: “Neben der Kompetenz dass wir auch eigene Flöten bauen, ist es glaub ich, speziell für Beginner und für Anfänger essentiell, eine gute Beratung zu haben. Niemandem würde einfallen für einen Menschen Schuhe zu kaufen und nicht zu wissen, welche Schuhgröße er da zu kaufen hat. Bei der Querflöte ist das ähnlich: Die Mundplatten - die sind dort wo man in die Flöte hineinbläst - sind anatomisch an die Lippen und das Unterkiefer anzupassen. Und nach dem Kauf oder der Miete eines Instrumentes hört die Pflege des Instrumentes nicht auf, sondern es bedarf regelmäßig eines Service. Das braucht Leute in der Beratung, die selber Flöte spielen können und dadurch, dass wir bei der Flötenwerkstatt das eigentlich alle können, können wir jedem, der Flöte spielen lernen möchte, wirklich helfen.”


Unsere Frage, was die Flötenwerkstatt eigentlich ist, wurde nun mehr als nur beantwortet! Gut informiert steigen wir also wieder die Stiegen zur Neulinggasse hinauf. Und sollten wir also jemals überlegen Flöte zu lernen, wissen wir nun, wem wir dann wieder einen Besuch abstatten. 




Wiener Flötenwerkstatt - Werner Tomasi Ges.m.b.H.


Adresse: Neulinggasse 20, 1030 Wien


Öffnungszeiten: Mo - Fr: 10 bis 18 Uhr

                          Sa: 9 bis 12 Uhr 


Telefonnummer:  01 7123566


Website



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Lena-Maria Heinzle, Author dieses Artikels

Über Lena-Maria Heinzle

Ich habe seit meiner Jugend Unterrichtserfahrung in Klavier, Gitarre, Blockflöte, Violine und Gesang gesammelt. Musik ist also mehr als ein Hobby für mich. In meinem Publizistikstudium konnte ich außerdem mein großes Interesse an Medien weiter ausbauen. Bei Lessondo bin ich darum für Social Media und den Blog verantwortlich und kann dort meine Ideen in kreativen Content umwandeln.


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