Das größte und tiefste Streichinstrument: der Kontrabass

Titelbild des Blogartikels Das größte und tiefste Streichinstrument: der Kontrabass

„Jeder Musiker wird Ihnen gern bestätigen, dass ein Orchester jederzeit auf den Dirigenten verzichten kann, aber nicht auf den Kontrabass.“ - Patrick Süßkind, aus seinem Buch „Der Kontrabass” 

Dem Kontrabass, auch Bass oder Bassgeige genannt, wird oft viel zu wenig Beachtung geschenkt. Schluss damit! In diesem Blogbeitrag erfährst Du die Besonderheiten dieses Instruments und auf was man achten sollte, wenn man es lernen will. 


Was ist das Besondere am Kontrabass? 

Historisch gesehen hat der Kontrabass einerseits Elemente der Viola da Bracchio-Familie, der Instrumentengruppe in Violinform (zu welcher auch Geige, Bratsche und Cello gehören), andererseits Elemente der Viola da Gamba-Familie, der Gambe. Zusätzlich sind die Kontrabass-Modelle oftmals sehr unterschiedlich: abfallende Schultern sind zum Beispiel ein Kennzeichen der Gamben-Familie während der Resonanzkörper oftmals eine Violinform aufweist. 

Der Bass ist in Quarten gestimmt und hat vier Saiten. Im Symphonieorchester werden oft Bässe mit 5 Seiten verwendet da so der Tonumfang nach unten erweitert wird. Im Orchester ist die Bassgeige das wichtigste Instrument der Bassregion, also aller Instrumente, die die Bassstimme bilden. Durch sein großes Klangvolumen bildet er die Basis für die höheren Melodieinstrumente. 

Der Kontrabass wird im Sitzen oder Stehen gespielt. Der Standfuß, der sogenannte „Stachel” ist höhenverstellbar und wird so an die Körpergröße des/der MusikerIn angepasst. Besonders beim Spielen im Stehen ist die Körperspannung wichtig. 

Viele Kontrabassisten verbindet die Leidenschaft an dem besonders starken Ton, und die Intensität des Klanges, welcher auch deswegen so wahrgenommen wird, da das Instrument so nah am Körper gespielt wird. 


Für welche Musikrichtungen eignet sich der Kontrabass?
 

Kaum ein Instrument ist so vielseitig einsetzbar wie der Bass. Ohne ihn klingt die Melodie meist ziemlich leer. Der Bass ist darum in vielen verschiedenen Musikrichtungen nicht wegzudenken. 

In Orchestern und Streicherensembles ist die Bassstimme meist nicht sehr schwer. Daher kann man mit ein bisschen Fleiß schon in kürzester Zeit Teil eines Ensembles oder Orchesters werden. Dazu kommt, dass es nicht sehr viele KontrabassistInnen gibt, darum sind gute MusikerInnen immer sehr gefragt. In der klassichen Musik wird der Bass meist mit dem Bogen gestrichen („arco”). 

Auch im Jazz spielt der Kontrabass eine wichtige Rolle. Dort wird er meist mit der Hand gezupft („pizzicato”). Welche Spielart also intensiver gelernt wird, hängt damit zusammen, welche Musikrichtung man spielen will. 


Kontrabass oder E-Bass?

Der Kontrabass ist der Vorläufer des vor allem in modernen Musikrichtungen verwendeten E-Bass. Der größte Unterschied des Kontrabass zum E-Bass ist der Klang und dessen Erzeugung. Während der Ton beim Kontrabass akustisch, also durch den Resonanzkörper erzeugt wird, benötigt man beim E-Bass, genau wie bei der E-Gitarre, einen Verstärker. Das ist auch der Hintergrund, warum der E-Bass entstanden ist: als sich die ersten Bands mit E-Gitarren entwickelten, war der Kontrabass in der Lautstärke unterlegen. Deswegen entwickelte man technisch verstärkte Bässe.  

Auch die Spielart unterscheidet sich. Der E-Bass wird wie die E-Gitarre mit einem Schultergurt getragen und kommt auch optisch der elektrischen Gitarre sehr nahe. Der E-Bass kommt vor allem in den Musikrichtungen Jazz, Blues, Funk, Rock, Metal und Pop vor. Ob Du nun Kontrabass oder E-Bass spielen lernen solltest, hängt ganz davon ab, welche Musikrichtung Du magst und welche Art von Ton Dir besser gefällt. Ein Umstieg fällt meistens von Kontrabass auf E-Bass leichter. 


In welchem Alter kann man Kontrabass lernen? 

Aufgrund der Größe und Gewicht des Instruments denken Viele, dass man es im Vergleich zu anderen Instrumenten erst später erlernen kann. Aber diese Annahme ist falsch, da die richtige Größe entscheidet. Da es wie beispielsweise bei der Geige kleine Modelle gibt, können Kinder bereits im Vorschulalter beginnen, Kontrabass spielen zu lernen. Wichtig ist nur, dass die nötige Körpergröße für den kleinsten Kontrabass (1/16) erreicht ist. 

Nach oben hin gibt es übrigens keine Grenze! Bis zu einem gewissen musikalischen Niveau spielt es keine Rolle, in welchem Alter begonnen wird, Kontrabass zu spielen. Im Gegenteil, es bringt sogar einige Vorteile, im Erwachsenenalter ein Instrument zu lernen. Erwachsene verwenden meistens einen 3/4 Bass, im Orchester kommen auch häufig 4/4 Bässe zum Einsatz. Die größte Voraussetzung Bass zu lernen, egal ob für jung oder alt, ist die Freude am tiefen und dunklen Klang des Instruments. 


Wie viel kostet ein Kontrabass? 

Bei so manchen ist der Wunsch, Bass zu lernen, schon an den Kosten gescheitert. Das muss aber nicht sein! Auch wenn der Kontrabass im Gegensatz zu beispielsweise der Gitarre vergleichsweise teuer ist, gibt es heute schon Optionen zum Kauf. Eine beliebte Alternative ist, einen Kontrabass zu mieten. Besonders bei Kindern, die früher oder später ein größeres Instrument brauchen ist dies eine gute Möglichkeit Geld zu sparen. 

Solltest du eine Bassgeige kaufen, musst du damit rechnen, dass der Preis bei ca. 1.200 € beginnen wird. Ein Vollholz-Bass kostet um die 2.500 € aufwärts. Die gute Nachricht ist aber: ein guter Kontrabass verliert kaum an Wert. Ein Bass sollte deswegen als Investition gesehen werden. Es kann sich auch lohnen, einen älteren Bass zu kaufen. Am besten Du ziehst beim Kauf eine/n ExpertIn oder deine/n BasslehrerIn zu Rat. 


Du interessierst dich auch für andere Streichinstrumente? Hier findest du weitere Blogposts über die Instrumente Geige und Cello. 

Möchtest auch Du Bass lernen? Egal ob Kontrabass oder E-Bass, auf Lessondo kannst Du nach Distanz und Bewertung deine/n perfekte/n BasslehrerIn in Wien und anderen Städten auswählen. 


Möchtest du einen
Musiklehrer finden?

Bei Lessondo findest du den perfekten Musiklehrer. Unsere Lehrer haben Musik studiert und stellen Spaß und Motivation an erste Stelle

Für Gruppenunterricht Anmelden
Lena-Maria Heinzle, Author dieses Artikels

Über Lena-Maria Heinzle

Ich habe seit meiner Jugend Unterrichtserfahrung in Klavier, Gitarre, Blockflöte, Violine und Gesang gesammelt. Musik ist also mehr als ein Hobby für mich. In meinem Publizistikstudium konnte ich außerdem mein großes Interesse an Medien weiter ausbauen. Bei Lessondo bin ich darum für Social Media und den Blog verantwortlich und kann dort meine Ideen in kreativen Content umwandeln.


Möchtest du einen
Musiklehrer finden?

Bei Lessondo findest du den perfekten Musiklehrer. Unsere Lehrer haben Musik studiert und stellen Spaß und Motivation an erste Stelle

Für Gruppenunterricht Anmelden